Reiki

Entstehungsgeschichte

Auf welche religiösen oder philosophischen Einflüsse Usuis System direkt zurückgeführt werden kann, ist ungeklärt. Es existieren nur wenige unabhängige Dokumente über die ursprünglichen Fassungen der Lehre. Es gibt jedoch oberflächliche Ähnlichkeiten zum chinesischen Daoismus und zu buddhistischen Philosophien bei Form und Namen der Reikisymbole. Die Reikilehre beinhaltet jedoch keine zentralen buddhistischen Lehren wie beispielsweise der Lehre der Drei Daseinsmerkmale.
Der Legende nach war Mikao Usui Lehrer in Kyoto, Japan. Veranlasst durch Fragen seiner Schüler versuchte er herauszufinden, wie Jesus heilen konnte. Er studierte Bücher und Schriften über Heilkunde in der ganzen Welt. Als er mit seinen Forschungen nicht weiter kam, begab er sich 1922 zum Fasten auf einen heiligen Berg in der Nähe Kyotos. In der Nacht zum einundzwanzigsten Tag habe er am Himmel ein helles Licht gesehen, das ihn einhüllte. Er soll vom Universum die Reiki-Einweihung erhalten haben. Am folgenden Morgen stieß er seinen Fuß an einen Stein, so dass der Fuß blutete. Als Usui seine Hände auf die Wunde legte, sei die Blutung gestillt worden. Am selben Tag habe Usui erfolgreich die Zahnschmerzen einer Frau behandelt. So begann Usui, das Phänomen Reiki in der Praxis zu beobachten und dann zu unterrichten.
Seitdem wird Reiki vom Lehrer zum Schüler durch Einweihung weitergegeben. Mikao Usui weihte Chujiro Hayashi als Reiki-Meister ein, Meister ist hier als Lehrbefähigter zu verstehen. Hayashi weihte die Hawaiianerin Hawayo Takata als Reiki-Meisterin ein. Erst Hawayo Takata hat mehrere, insgesamt 22, Reiki-Meister ausgebildet. 1981 wurde Reiki von der in den Vereinigten Staaten lebenden Mary McFadyen, eine der von Hawayo Takata ausgebildeten Reiki-Meister, über Deutschland nach Europa gebracht.
Alle Reikipraktizierenden stammen deshalb aus der Einweihungslinie Usui-Hayashi-Takata.
Usuis ursprüngliche Lehre nannte sich Usui Reiki Ryōhō (臼井靈氣療法), die vereinfachte durch Takata im Westen verbreitete Variante wird in Japan „westliches Reiki“ (西洋レイキ, seiyō reiki) genannt.

Technik

Reiki wird von Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen ausgeübt.
Im Gegensatz zu anderen Formen der Energiearbeit, arbeiten Reiki-Praktizierende nicht mit ihrer eigenen Energie, sondern mit der universellen oder universalen Lebensenergie, die hier Reiki genannt wird. Nach der Einweihung durch einen Reiki-Lehrer sehen sich Reiki-Praktizierende als Kanal für diese Energie. Da Reiki-Praktizierende nicht mit der eigenen Energie arbeiten, können sie auch sich selbst behandeln.
Reiki wird durch Handauflegen übertragen oder auch dadurch, dass der Reiki-Gebende die Hände einige Zentimeter über dem Körper hält. Es gibt Übereinkünfte über die einzelnen Behandlungspositionen für eine Vollbehandlung und für eine Kurzbehandlung. Der Reiki-Gebende kann aber die Behandlung seiner Erfahrung und Intuition entsprechend verändern.
Reiki-Praktizierende gehen davon aus, dass Reiki als Lebensenergie niemals schaden kann. Reiki kann neben jeder schulmedizinischen oder sonstigen alternativ medizinischen Behandlung angewandt werden. Eine Diagnose ist deshalb für die Reiki-Behandlung nicht erforderlich.

Wirkung

Ziel der Reiki-Behandlung ist die körperliche, geistige, seelische, spirituelle und soziale Gesundheit. Reiki-Praktizierende vertreten einen ganzheitlichen Ansatz und gehen davon aus, dass Veränderungen in einem Bereich Veränderungen in anderen Bereichen bewirken können.
In der Reiki-Fachliteratur wird beschrieben, dass Reiki bei der Behandlung dorthin fließt, wo es benötigt wird. Reiki wirke auch dann, wenn der Behandelte nicht an die Wirkung glaube. Es soll auch bei Tieren und Pflanzen wirken.
Der mit Reiki Behandelte empfindet in der Regel eine tiefe Entspannung.
In der Fachliteratur über Reiki wird auch beschrieben, dass Reiki die Selbstheilungskräfte stärkt und hilft, Krankheiten zu überwinden. Reiki soll unter anderem die Nebenwirkungen von Medikamenten verringern, den Heilungsprozess von Wunden und Narben unterstützen und Schmerzen lindern.

Einweihung

Unter Einweihung versteht man beim Reiki ein Ritual, mit dem ein Reiki-Lehrer den Reiki-Schüler befähigt, Reiki zu geben oder die Reiki-Symbole zu benutzen. Ohne diese Einweihung kann niemand Reiki geben, da der Reiki-Kanal nicht geöffnet ist. Auch entfalten die Reiki-Symbole ohne Einweihung auf die Symbole nicht ihre Wirkung.
Traditionell gibt es im Reiki bis zur Lehrerausbildung drei bis vier Grade, die nachfolgend beschrieben werden. Mit Ausnahme der Meisterausbildung werden die verschiedenen Reiki-Grade gewöhnlich in Wochenendseminaren unterrichtet.

Erster Grad

Bei der Einweihung im ersten Grad wird der Reiki-Kanal geöffnet. Der erste Grad repräsentiert den körperlichen Bereich.
Nach der Einweihung steht dem Reiki-Praktizierende sofort und für das ganze Leben Reiki zur Verfügung. Dieser kann dann sowohl sich selbst als auch andere Menschen, aber auch Tiere und Pflanzen über seine Hände direkt mit Reiki behandeln.
Die vom Reiki-Lehrer vorgenommene Initiation des ersten Grades besteht aus traditionell vier Einweihungen.
Weiterhin wird bei der ersten Initiationsstufe Grundlegendes über Reiki vermittelt: die Geschichte des Reiki, Reiki-Wirkungsweise, Grundpositionen, Aura und Chakren, Merkmale der Reiki-Energie und die sogenannten fünf Lebensregeln.

Zweiter Grad

Durch die Einweihung im zweiten Grad wird der Reiki-Praktizierende befähigt, drei Reiki-Symbole, das Kraftsybol, das Mentalsymbol und das Verbindungssymbol, zu benutzen. Beim zweiten Grad steht der mentale Aspekt im Vordergrund.
Der Schüler bekommt während der Ausbildung zum zweiten Grad traditionell drei weitere Einweihungen und lernt die drei Reikisymbole und die dazugehörenden Kotodamas oder Jumons – ähnlich Mantras – kennen. Damit wird die Mental- und Fernbehandlung ermöglicht, also jedes beliebige Energiefeld über Zeit und Raum hinweg mit Reiki zu behandeln. Es können also auch Menschen an einem entfernten Ort, Konzepte oder die Wirkung vergangener Ereignisse behandelt werden. Ein Schüler wird damit kein besserer Praktizierender, sondern verfügt lediglich über mehr Anwendungsmöglichkeiten.
Die tägliche Selbstbehandlung wird auf allen Stufen als Grundstein zur persönlichen Weiterentwicklung angesehen. Eine wichtige Voraussetzung für den zweiten Grad ist deshalb auch eine längere Praxis mit dem ersten Grad und die ernsthafte Arbeit und Auseinandersetzung mit sich selbst.
Dritter Grad (Meistergrad)

Bei der Einweihung zum dritten Reiki-Grad erfolgt die Einweihung auf das Meistersymbol. Beim dritten Grad liegt der Schwerpunkt auf der Zugangsebene zum astralen Bereich. Durch das Meistersymbol macht sich der Reiki-Praktizierende bewusst zum Werkzeug der universellen oder universalen Lebensenergie.
Der dritte Grad wird heute oft in zwei Teile unterteilt: Meistergrad und Lehrergrad. Ursprünglich handelte es sich aber nur um einen Grad. Heute gibt es also durchaus Reiki-Meister, die keine Reiki-Lehrer sind. Jeder Reiki-Lehrer ist aber gleichzeitig auch Reiki-Meister.
Die Handhabung der Anzahl der Einweihungen auf das Meistersymbol mit dazugehörigem Mantra ist in der Praxis nicht homogen.
Der Lehrergrad, auch vierter Grad genannt, beinhaltet das Wissen um die Einweihungsrituale und befähigt dazu, andere Menschen in Reiki zu initiieren. Die Ausbildung zum Lehrer nimmt gewöhnlich ein bis zwei Jahre in Anspruch, um angemessene didaktische Fähigkeiten zu entwickeln und in die Aufgabe der Reiki-Meisterschaft hineinzuwachsen.
Der Lehrergrad unterscheidet sich von den anderen Graden grundsätzlich darin, dass hierbei nicht immer eine weitere Einweihung gegeben wird. Manche Reiki-Lehrer geben allerdings auch bei der Einweihung zum Reiki-Lehrer ein bis drei Einweihungen.

Wissenschaftliche Forschung

Die Wirkungsweise und Wirksamkeit von Reiki im Hinblick auf die Heilung von Krankheiten kann, trotz zahlreicher Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen, wissenschaftlich bisher nicht belegt und erklärt

Wissenschaftliche Forschung

Die Wirkungsweise und Wirksamkeit von Reiki im Hinblick auf die Heilung von Krankheiten kann, trotz zahlreicher Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen, wissenschaftlich bisher nicht belegt und erklärt werden.

Studien zu dieser Thematik liefern widersprüchliche Ergebnisse: In einigen klinischen Studien, mit denen die Wirksamkeit von Reiki belegt werden sollte, zeigte sich entweder kein positiver Effekt oder es wurden entscheidende methodische Schwächen gefunden, die darauf hinweisen, dass der gemessene positive Trend nicht mit der eigentlichen Wirkung des Reiki zusammenhängt. In anderen Studien zeigten sich positive Effekte auf das  autonome Nervensystem wie z. B. die Verringerung der Herzschlagsrate und des diastolischen Blutdrucks innerhalb der Experimentalgruppe, sowie positive Effekte bezüglich Schmerz bzw. Angstwahrnehmung und Stress.

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