Kohlensäurebad
In den tiefen kohlehaltigen Schichten der Erde befindet sich Quellwasser mit gasförmigem CO2 Kohlensäure. Dieses Wasser wird bei einem Kohlensäurebad eingesetzt. Neben diesen natürlichen Quellen kann das kohlensäurehaltige Wasser auch chemisch hergestellt oder durch das Vermischen von CO2-Gas aus Flaschen mit Wasser erzeugt werden.
Wenn man ein Kohlensäurebad nimmt, dann werden über die Haut große Mengen des Kohlensäuregases aufgenommen. Da bei sehr hohen Temperaturen das Kohlensäuregas entweicht, soll ein Kohlensäurebad nicht heißer als etwa 34 Grad Celsius sein. Aufgrund der aufgenommenen Kohlensäure findet der Badende diese Temperatur angenehm, da die Thermorezeptoren der Haut weniger empfindlich reagieren.
Das Kohlensäurebad verbessert die Durchblutung der Haut (die Haut rörtet sich etwas) und beruhigt die Herzfrequenz (der Puls verlangsamt sich). Darüber hinaus hat es eine blutdrucksenkende Wirkung.
Bei verschiedenen Erkrankungen, darunter Gefäßkrankheiten, wird ein Kohlensäurebad verabreicht: Bluthochdruck, funktionelle Durchblutungsstörungen (z.B. bei dem so genannten Raynaud-Syndrom: Hände und Finger sind sehr kälteempfindlich), organisch bedingte Durchblutungsstörungen, schlecht heilende Wunden.
Bei bestimmten Erkrankungen sollte ein Kohlensäurebad nicht verordnet werden, z.B. bei akuten fieberhaften Erkrankungen. Das Kohlensäurebad kann als Voll- oder Teilbad angewendet werden. Die Temperatur sollte zwischen 30 und 34 Grad Celsius betragen. Teilbäder haben im Durchschnitt eine niedrigere Temperatur als Vollbäder.
Damit sich die Gasbläschen des CO2 auf der Haut absetzen und somit den gewünschten Effekt erzielen, sollte sich der Patient in einem Kohlensäurebad nicht viel bewegen. Ein Vollbad sollte etwa 20 Minuten dauern und einmal pro Tag oder jeden zweiten Tag verabreicht werden. Danach sollte eine Ruhezeit von einer halben bis zu einer Stunde eingehalten werden.
Wenn ein Patient sich einer Langzeitbehandlung unterzieht, wird ein bis zwei Mal in der Woche ein Kohlensäurebad genommen. Teilbäder dauern zehn bis zwanzig Minuten und werden zwei bis drei Mal täglich verabreicht. In Deutschland kann man sich z.B. in Bad Krotzingen und Bad Pyrmont mit Kohlensäurebädern behandeln lassen.