Blutegelbehandlung
Die Blutegelbehandlung wird vornehmlich aber nicht ausschließlich in der Alternativmedizin angewandt. Bei diesem Heilverfahren werden Blutegel auf der Haut des Patienten angesetzt und für ca. 30 Minuten dort belassen. Das Tier saugt sich fest und es kommt zu einem kleinen Aderlass.
Das Besondere bei der Blutegelbehandlung ist, dass die Inhaltstoffe des Blutegelspeichels dadurch therapeutisch genutzt werden können, das sind vornehmlich die Blutgerinnungshemmer Heparin und Hirudin. Der Blutverdünner Hirudin findet dabei noch heute in der plastischen Chirurgie Verwendung, wenn bei Replantationen das Blut lange flüssig gehalten werden muss.
In der alternativen Medizin bedienen sich vor allem Heilpraktiker der Blutegelbehandlung und das mit Erfolg bei zahlreichen Krankheiten. Unter anderem bei Narben und behandlungsresistenten Wunden, bei Entzündungen der Gelenke, bei Durchblutungsstörungen, ja sogar bei Tinnitus und Depressionen hat sich die Blutegelbehandlung bewährt. Nach dem Ansaugen des Egels auf der Haut bewirken die Blutverdünner, dass die so entstehende kleine Wunde noch nachblutet und dadurch Krankheitserreger hinausspült. Andere im Speichel des Tieres enthaltenen Stoffe und Bakterienstämme haben ebenfalls positiven medizinischen Nutzen, denn sie wirken entzündungshemmend, antibakteriell und kurbeln Lymphfluss und Immunsystem an.
Bei einer Blutegelbehandlung muss der Arzt oder Heilpraktiker darauf achten, den Egel nie direkt an einer entzündlichen Stelle oder auf einer Vene anzubringen. Oft werden dagegen Akupunkturpunkte ausgewählt, um eine besonders schnelle und effiziente Wirkung zu ermöglichen.
Bedenken hygienischer Art braucht der Patient bei der Blutegelbehandlung nicht zu haben. Die Egel werden für den medizinischen Einsatz extra gezüchtet und sind u. A. in speziellen Apotheken erhältlich. Ein Blutegel, der ein Mal in einer Blutegelbehandlung gedient hat, muss außerdem danach sein Leben lassen.